Aluminium-Steigleitungen im Wiener Altbau – Risiken & Tausch
Viele Wiener Häuser aus den 1960er-Jahren haben Aluminium-Steigleitungen. Heute sind sie ein massives Sicherheitsrisiko – und werden zum Problem, sobald Wallbox oder Wärmepumpe dazukommen.
In Wiener Mehrparteienhäusern aus den 1960er- und frühen 70er-Jahren wurden viele Steigleitungen aus Aluminium verlegt – damals war Kupfer teuer und Aluminium galt als günstige Alternative. Heute wissen wir: Aluminium altert anders als Kupfer. Und das hat Konsequenzen.
Warum Aluminium-Leitungen heute ein Problem sind
Kontaktermüdung – das Hauptproblem
Aluminium dehnt sich bei Erwärmung stärker aus als Kupfer und „fließt" unter Druck. Klemmverbindungen, die vor 50 Jahren festgezogen wurden, sind heute oft locker – ohne dass man es sieht. Das Ergebnis: Übergangswiderstände, die punktuell stark erwärmen. Bei voller Belastung können die Klemmstellen 200 °C und mehr erreichen.
Aluminium-Oxidation
An der Oberfläche bildet Aluminium eine isolierende Oxidschicht. Die ist eigentlich gut – schützt vor Korrosion. Aber an Klemmverbindungen erhöht sie den Widerstand. Mit jedem Jahrzehnt mehr Widerstand, mehr Wärme, mehr Ausdehnung – ein Teufelskreis.
Brandgefahr
Die häufigste Brandursache durch elektrische Defekte in Altbau-Wien ist heute heißgelaufene Klemmverbindungen in alten Aluminium-Steigleitungen. Versicherungen erkennen das zunehmend an – manche verlangen bei alten Häusern eine Bestätigung, dass die Steigleitungen geprüft oder erneuert sind.
Wann müssen Sie tauschen?
- Wenn ein E-Befund Querschnittsmängel, Übergangswiderstände oder Brandspuren zeigt
- Wenn Sie eine Wallbox, Wärmepumpe oder Klimaanlage nachrüsten wollen – alte Leitungen können die Lasten nicht mehr tragen
- Wenn FI/LS-Schalter ohne ersichtlichen Grund auslösen oder die Spannung in oberen Stockwerken stark abfällt
- Wenn die Versicherung darauf besteht
- Wenn das Haus saniert wird – ohne neue Steigleitung wäre eine moderne Anlage Stückwerk
Was kostet der Tausch in Wien?
Für ein typisches Wiener Mehrparteienhaus mit 4 Stockwerken und 12 Wohnungen rechnen wir typischerweise:
- Pro Stockwerk: 800–1.500 € (Material + Arbeit + Montage)
- Zählerverteiler-Anpassung: 1.500–3.000 € einmalig
- Hauptanschluss-Erneuerung (falls nötig): 2.000–4.500 €
- Gesamtkosten für 12 Wohneinheiten: 12.000–22.000 €
Verteilt auf die Wohnungen sind das pro Wohneinheit etwa 1.000–1.800 € – meist aus der Reserve der WEG zu finanzieren oder per Sonderumlage.
Wer entscheidet?
Steigleitungen sind Allgemeinteil des Hauses – die Entscheidung trifft die Eigentümergemeinschaft (WEG) auf Vorschlag der Hausverwaltung. SERAS Elektro liefert die technische Vorlage für die WEG-Beschlussfassung kostenfrei.
- Bestandsaufnahme vor Ort – kostenlos für Hausverwaltungen
- Lastberechnung nach aktuellem und zukünftigem Bedarf
- Angebot mit Aufstellung pro Wohneinheit für die WEG
- Bei Beauftragung: enge Koordination mit Mietern (Strom-Abschaltzeiten ankündigen)
- Tausch im Steigschacht oder Mauerschlitz – pro Strang 2–4 Tage
- Abnahme-E-Befund für die gesamte neue Steigleitung
Bonus: Smart-Meter-Vorbereitung
Wer die Steigleitung sowieso erneuert, sollte gleich Smart-Meter-fähig planen: neue Zählerplätze, ausreichend Reserveplatz für künftige FI Typ B und SPDs, Vorbereitung für PV-Einspeisung. So sparen Sie sich in 5–10 Jahren die nächste Baustelle.
Steigleitung prüfen lassen
Vor-Ort-Termin für Hausverwaltungen kostenlos. Wir liefern Beschlussvorlage für die WEG.