Wallbox 11 kW vs 22 kW – welche Leistung brauche ich wirklich?

Beim Wallbox-Kauf stellt sich immer dieselbe Frage. Wir vergleichen Ladezeit, Kosten, Genehmigung und welche Wallbox in Wien für welche Fahrzeuge sinnvoll ist.

23. Mai 2026 SERAS Elektro Redaktion 7 Min. Lesezeit

Kurzfassung: Für 90 % der Wiener Privatkunden ist eine 11 kW Wallbox die richtige Wahl. Sie reicht problemlos für Nachtladung, ist genehmigungsfrei und passt zu jedem üblichen E-Auto. 22 kW lohnen sich nur in Sonderfällen.

Wie viel kW Ladeleistung braucht man wirklich?

Ein durchschnittliches E-Auto fährt in Wien 30–60 km pro Tag. Bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km sind das maximal 11 kWh nachzuladen. Mit einer 11 kW Wallbox in 1 Stunde geschafft. Mit 22 kW: 30 Minuten. Wenn das Auto sowieso 8–10 Stunden steht, ist das egal.

Ladezeit-Vergleich (60 kWh Akku, 80 % laden):
LeistungLadezeit 0→80 %Sinnvoll für
3,7 kW (Schuko)13 hnur Notbehelf
11 kW (1-Phasig)4,4 hfast alle Privatfahrer
22 kW (3-Phasig)2,2 hVielfahrer, Gewerbe, Flottenbetrieb

Das wichtigste Argument: Genehmigung

In Österreich gelten folgende Regeln bei Wiener Netzen:

  • ≤ 11 kW: meldepflichtig (vor der Inbetriebnahme), nicht bewilligungspflichtig – schneller Prozess
  • > 11 kW (also 22 kW): bewilligungspflichtig – Wiener Netze muss zustimmen, kann bei schwacher Netzlage abgelehnt oder gedrosselt werden

Das bedeutet: Eine 22-kW-Wallbox kann nicht überall ohne Weiteres installiert werden. In dicht bebauten Altbau-Gebieten wie Margareten oder Neubau wird sie oft auf 11 kW heruntergedrosselt – dann zahlen Sie für 22 kW und bekommen 11 kW.

Wann lohnen sich 22 kW wirklich?

  • Sie fahren täglich > 200 km (Pendler, Außendienst)
  • Mehrere E-Autos im Haushalt – beide brauchen Vollladung über Nacht
  • Tiefgaragen-Anlagen mit mehreren Stellplätzen und Lastmanagement
  • Gewerbliche Nutzung mit kurzen Standzeiten
  • Sehr großer PV-Überschuss tagsüber, der zeitnah verfahren werden soll

Welche Wallbox-Marken empfehlen wir?

Aus über 5 Jahren Installationserfahrung in Wien sind das unsere Favoriten:

  • go-e Charger Gemini (österreichischer Hersteller) – steckbar, schnelle Förderbestätigung, gute App
  • Keba KeContact P40 (österreichischer Hersteller) – sehr robust, ideal für Tiefgaragen
  • ABB Terra AC – Premiumklasse, mit Eichrechtkonformität
  • EVBox Elvi – modular, gut für Hausverwaltungen mit Lastmanagement

Förderung 2026

Die Wallbox-Förderung 2026 in Österreich: bis zu 600 € für Privatpersonen, bis zu 2.500 € für Mehrparteienhäuser (pro Wohneinheit). Voraussetzung: Wallbox mit OCPP, intelligenter Steuerung, Installation durch konzessionierten Betrieb. Details: Wallbox-Förderung 2026.

Was kostet die Installation in Wien?

  • 11 kW im EFH mit kurzer Leitung: ca. 800–1.400 € (inkl. FI Typ B, Verkabelung, Anmeldung)
  • 11 kW in Tiefgarage mit langer Leitung: 1.500–2.500 €
  • 22 kW im EFH: ca. 1.200–1.800 € (zusätzlich Bewilligungskosten Wiener Netze)
  • Wallbox-Gerät selbst: 700–1.800 € je nach Modell

Mein persönlicher Tipp

Wenn Sie unsicher sind: 11 kW. Sie sparen Bewilligungsaufwand, haben in 99 % der Fälle keine Einschränkung im Komfort, und die Wallbox ist meist günstiger. Wer wirklich 22 kW braucht, weiß das schon vorher (Vielfahrer, Gewerbe).

Kombinieren Sie die Wallbox idealerweise mit einer PV-Anlage: Dann laden Sie tagsüber Ihr Auto mit selbst erzeugtem Strom für unter 5 Cent/kWh statt 25 Cent vom Netz.

Wallbox in Wien installieren

Wir prüfen Ihren Verteiler, beraten zur richtigen Leistung und übernehmen die Anmeldung bei Wiener Netzen.

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